Dilletantismus |
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Leider immer noch gebräuchliches Schimpfwort für den Umgang des laienhaften Nichtkönners mit Sachgebieten, die Spezialwissen erfordern. Dem widerspricht die Tatsache, daß in modernen komplexen Gesellschaften das Spezialistenwissen nicht mehr ausreicht, um das Leben in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen zu meistern. Gefragt ist nicht die fachmännische Einzelleistung, sondern die Fähigkeit, Lebenszusammenhänge zu begreifen. So verstanden ist der Dilletant derjenige, der sich zutraut, sich mit seinem Alltagsverstand auf die unterschiedlichsten Probleme der Lebenswelt einzulassen und der seine Beschränktheit im Urteilen als grundsätzliches Phänomen mitberücksichtigt. Der Gewinn liegt nicht nur in der Erweiterung der Kritiknahme in Bezug auf das kulturell- zivilisatorische Leben, sondern vor allem in der durch die öffentliche Aufbereitung von Themen erzwungenen kritischen Dimension des Umgangs mit Hervorbringungen der technischen und kulturellen Lebenswelt. Der Dilletant wird also dann produktiv, wenn er durch seinen Zugriff auf die Dinge traditionelle Umgangs- und Begründungsmechanismen unter Rechtfertigungsdruck stellt. |